In Wörleschwang wird Heimattreffen gefeiert

 

Träger ist der Musikverein
Gleichzeitig 50 Jahre Kriegerverein

Zeitungsbericht/Stadt u. Landkreis Wertingen
Donnerstag, 28. Mai 1970

Wörleschwang (sy). Seit etlichen Wochen schon rüstet sich ganz Wörleschwang für das am kommenden Wochende stattfindende Heimattreffen. Unermüdlich sind die Mitglieder des Festausschusses tätig gewesen , um dem Fest einen ordentlichen Verlauf und einen würdigen Rahmen zu verleihen. Man wollte völlig unabhängig von der Witterung sein, deshalb wurde das Festzentrum in die große Fertigungshalle der Baustoffirma Hieber verlegt. Natürlich sind auch genügend Sitzplätze im Freien geschaffen; Karussell und Schießbuden sollen auch nicht fehlen, so daß auch rein äußerlich die Feststimmung dokumentiert wird.

Träger dieses Heimatfestes, zu dem neben Alt- und Neu-Wörleschwangern die gesamte Bevölkerung des oberen Zusamtals, auch über die Landkreisgrenze hinweg, herzlich eingeladen ist, ist der Musikverein bz. die Blaskapelle. Der Krieger- und Soldatenverein begeht nun gleichzeitig sein50jähriges Gründungsfest. So werden auch zahlreiche Veteranenvereine aus der näheren Nachbarschaft dem Jubilar durch Abordnungen die Ehre erweisen.

Mit der Jubelfeier des Kriegervereins verbunden ist die Einweihung einer neuen Gedächtnisstätte für die Gefallenen und Vermißten. Infolge Auflösung des alten Friedhofes bei der altehrwürdigen Dorfkirche wurde das seitherige Kriegerdenkmal, das durch Verwitterung schon sehr gelitten hatte, abgeräumt und an der äußeren Südostseite der Kirche durch ein neues ersetzt. Die beiden Metalltafen beinhalten 68 Namen von Gefallenen und Vermißten der Gemeinde in den beiden Weltkriegen. Ein schlichtes eisernes Kreuz weist den Besucher schon von weitem auf die Zweckbestimmung dieser Gedächtnisstätte hin.

Zwischen Kreuz und Tafeln steht in metallenen Lettern die Schrift:

DEN GEFALLENEN UND VERMISSTEN.

Das Mahnmal sollte in seiner zeitlosen Schlichtheit einige Jahrzehnte überdauern.

Wörleschwang mit seinem weit ins Land grüßenden massiven Satteldachturm der Kirche ist nicht erst im vorigen Jahr der breiten Öffentlichkeit bekannt geworden. Wann der Ort gegründet wurde, läßt sich heute nicht klären, doch scheint es gewiß zu sein, daß römische Soldaten hier schon Besatzungsmacht waren. Der Ortsheilige Albertus hat hier, zusammen mit zwei anderen angelsächsischen Landleuten in der Umgebung, um das Jahr 940 gelebt. Eine genauere geschichtliche Darstellung über den Ort findet der Interessent in dem Buch “Deine Heimat” im Verlag Kraus & Söhne, Wertingen, sowie im Prospekt zum Festprogramm. Es sei aber an dieser Stelle betont, daß Wörleschwang seit dem Jahr 1712 bis zu den napoleonischen Kriegen ein vielbesuchter Wallfahrtsort war, an dem besonders die Schmerzhafte Mutter und der Hl. Albertus Verehrung fanden.

Die vorgenannten Jahreszahl ist auch für die hiesige Blaskapelle von Wichtigkeit, wird doch ihr Bestand in diesem Jahr erstmals urkundlich nachgewiesen. Anläßlich des Besuches von Bischof Josef von Augsburg mit stattlichem Gefolge, der hier zur Hebung der Gebeine des Hl. Albertus weilte, spielte ihm zu Ehren eine vier Mann starke Musikkapelle auf. Es läßt sich natürlich unschwer den Schluß zu, daß diese Bläser sicherlich schon Jahre vorher, wenn schon nicht zu Festlichkeiten aufgespielt, so doch geübt und geprobt hatten. Doch ist bis dato aus früherer Zeit nichts bekannt und deshab gilt die Jahreszahl von 1712 als Gründungsjahr. In Anbetracht dieses hohen Alters wurde die Blaskapelle Wörleschwang, mit drei anderen aus der näheren Umgebung, vor kurzem mit der Plakette “Pro-Musica” ausgezeichnet, gewiß eine ehrende, aber zugleich verpflichtende Auszeichnung. Nun, das musikalische sowie auch das gesangliche Leben wird in Wörleschwang gut gepflegt; das bevorstehende Heimattreffen wird dies wieder unter Beweis stellen. Die Schirmherrschaft für das Wörleschwanger Heimattreffen hat Bürgermeister Franz Krebs übernommen.

Das gastfreundliche Wörleschwang ist für seine Freund aus nah und fern gerüstet.

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